Luftfilter -Gegenrede, Herr Heckmann

„Für einzelne Klassenzimmer könnten Luftfilter durchaus sinnvoll sein“, räumt Güglingens Bürgermeister Ulrich Heckmann ein.

Ministerpräsident Markus Söder, CSU, Bayern: „Wir wollen im September in jedem Klassenzimmer einen Luftfilter!“

Warum gibt es in Landtagen und Gerichten Luftfilter, aber in kaum einer Schule?
Die ehemalige Gesundheitministerin Ulla Schmidt zu einem Fernsehteam in ihrem Abgeordnetenbüro in Berlin: „Sie können die Maske abnehmen, wir haben Luftfilter.“
Sacha Lobo im Spiegel: „Viele Ungeimpfte müssen in großen Gruppen in geschlossenen Räumen zusammensitzen. Die einzigen Konzepte für sie basieren auf dem Prinzip Lüften. Das könnte längst anders sein.“

Baden-Württemberg Alarmstufe II: G2+ in Restaurants; Freizeiteinrichtungen, Kultur, Messen: 2G-plus;
Sport in Sportstätten und -Anlagen: Drinnen 2G-plus, draußen

Im August 2020 erscheint die „Studie des Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik der Bundeswehruniversität“ Ergebnis ist, dass Raumluftreiniger mit großem Volumenstrom und H14-Hepafiltern der eine absolut sinnvolle technische Lösung sind, um in Schulen, Büros […] Aufenthalts- und Mensen das Ansteckungsrisiko deutlich zu senken. Zitiert haben wir diese Studie und andere z.B die der RWTH Aachen.
In Parlamenten, Ministerien und Verwaltungsgebäuden wurden danach recht zügig in ganz Deutschland mobile Luftfilter angeschafft und aufgestellt

„Für Schule reicht die Datengrundlage aber leider nicht.“
Das sind reine Schutzbehauptungen ohne wirkliche Basis.

In der Heilbronner Stimme: „
„Ob Raumluftfilter in allen Klassenzimmern einen zusätzlichen Nutzen bringen, ist nach wie vor umstritten.“

Ein Szenario der Universität Berlin:
https://zdfheute-stories-scroll.zdf.de/aerosole-klassenzimmer-corona/index.html?fbclid=IwAR3VQczoUOsRe9QZ-85qQ7D1NkR8y1wPgwf7ZSyhno2QnKXIlJFWHrzHVJY

„Für einzelne Klassenzimmer könnten Luftfilter durchaus sinnvoll sein“, räumt Güglingens Bürgermeister Ulrich Heckmann ein.

„Raumluftfiltergeräte dienen als Ergänzung und können das
Infektionsrisiko in schlecht belüftbaren Räumlichkeiten senken“, so
ein Sprecher des baden-württembergischen Kultusministeriums

Das Szenario der Universität Berlin spricht eine völlig andere Sprache. Und auch das Kultusministerium hat sich inhaltlich nicht fortgebildet. Und beachtet auch das eigene Personal in den Schulen nicht, das hierzu anderer Meinung ist.

Diese Aussagen sind in dieser Einschränkung nicht zu belegen. Völlig undefiniert und unreflektiert ist der Begriff „schlecht belüftbare Räumlichkeiten“.

Hierzu die Kommission Innenraumlufthygiene Bundesumweltamt:
…, „…das Querstromlüften mittels Öffnens gegenüberliegender Fenster“. Dann werde „…die Luft im Raum meist binnen weniger Minuten vollständig ausgetauscht“.

Querlüften in diesem Sinne ist in den Schulen in Güglingen in den meisten Räumen nicht möglich.
In Studien wird auf weitere Probleme hingewiesen. Einen Luftwechsel gibt es nicht, wenn Außen und-Innentemperaturen identisch sind. Wenn sie nur gering unterschiedlich sind, ist das kurzfristige Lüften nicht ausreichend.
Bei Windstille ist allein die Konvektion für den Luftaustausch zuständig, die kühle Luft strömt unten am Fenster zu, oben wieder hinaus. Die Strömungsfläche ist deutlich geringer als bei herrschendem Wind, der allerdings von der richtigen Seite kommen muss. Das ist in der Studie der Bundeswehrhochschule nachzulesen.

Bisher werden Klassenräume zum Schutz vor dem Coronavirus vor allem stoßgelüftet. Das reicht nicht, sagen deutsche Physiker. Wenn es wärmer wird, geht es nicht ohne technische Hilfe.

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) schrieb nun einen offenen Brief, im Februar 2021 veröffentlicht. Darin plädieren die Forscher neben den bekannten AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) vor allem für den Einsatz von technischen Geräten, die die Belüftung in Klassenzimmern unterstützen sollen. Die von der Bundeswehrhochschule genannten Gründe und mehr werden bestätigt.
Verwiesen wird zusätzlich auf die von Viola Priesemann et al. in der Fachzeitschrift The Lancet publizierten Empfehlungen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie.
Man muss bedauern, dass in den Kultusministerien das Lesen abhanden gekommen ist.

„Luftfilter entscheiden nicht über Präsenzunterricht, Maskenpflicht
und Lüftung in der Schule“, sagt Heckmann


Das ist ein Satz, dem man im ersten Teil nicht widersprechen kann, aber die Raumluftfilter spielen jetzt für die überschießenden Inzidenzen der Kinder und Jugendlichen insofern eine Rolle, als sie mit Luftfiltern niedriger gehalten werden könnten. Das ergibt sich ganz einfach aus deren Wirksamkeit, die alles andere als Staffage sind, wie es BM Heckmann gegenüber der Heilbronner Stimme ausdrückt.
Es geht darum, die für die Schulen sinnvollen und geeigneten Raumluftfilter zu beschaffen. Der“Staffage“ kann man nur zustimmen, wenn man ohne Kompetenz x-beliebige Luftfilter anschafft, um das Gewissen zu beruhigen.


Luftfilter sind auch nicht „sinnfrei“
In Schweden sind praktisch alle Schulen mit Raumluftfiltern ausgestattet. Auch in den USA und Kanada gehören die Geräte durchaus zum Standard.

In Hamburg werden 10 000 Klassen-, Fach- und Unterrichtsräumen mit entsprechenden Geräten ausgestattet. 2000 Räume sind bereits mit entsprechender Ausstattung versehen und müssen nicht nachgerüstet werden.

Eine Studie in den USA: https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/70/wr/mm7027e1.htm; Staffage?
und in nature:
https://www.nature.com/articles/d41586-021-02669-2; „Staffage?

Seit Ende der Sommerferien sind die 5- bis 15-Jährigen am stärksten von Infektionen betroffen.

Sie sind überwiegend ohne Impfschutz, tragen aber die Ansteckung wieder in die Familien und zu den Großeltern.Sie selbst treiben nicht die Pandemie, so kann man es häufig lesen, weil sie äußerst selten in den Kliniken auftauchten, allerdings gefährden sie die Altersgruppen, die am stärksten unter der Infektion leiden müssen.
249,1 0-04 J Ebenfalls hoch (4 Lebensjahre!)
1.128,9 5-14 J Höchste Inzidenzen
515,0 15-34 J
509,7 35-59 J
339,1 60-79 J
140,3 80+ J

Gerhard Scheuch, er berät seit 2020 das RKI zur Rolle der Aerosole in der Pandemie:
„Die Raumluftfilter sind auch ein wichtiger Baustein,.“ Oft schon hat der promovierte Physiker Folgendes sinngemäß betont: Aerosole übertragen Viren am besten in unbelüfteten Innenräumen. Er plädiert deshalb immer wieder für eine Kombination aus Raumluftfiltern und Lüften.

Virologe Drosten: „Die Infektionsgefahr in Schulen ist natürlich genau so wie die Infektionsgefahr in jeder anderen vergleichbaren Situation.“
Eine Frage, die man nicht beantworten muss: Wieviele Ungeimpfte dürfen sich in Innenräumen treffen? Wieviele junge Menschen treffen sich über Stunden in Schulen?

Studie in Israel 21. Oktober 2020:
Children are more likely to contract the coronavirus than adults and can pass it on to others, a major Health Ministry study published Wednesday found, upending claims that had shown young people less likely to catch or spread the disease.
Study presented to ministers shows percentage of positive tests among children stands at 8%, a full 2% higher than with adults; indicates re-opening schools led to infection spike.

Die entscheidende Größe sei die Impfquote. Raumluftfilter in allen Klassenräumen seien angesichts der Verordnung des Landes Baden-Württemberg und der daraus folgenden Konsequenzen für den Unterricht in den Schulen „reine Staffage“,so Bürgermeister Heckmann

Die Impfquote für Kinder ist eben nicht so hoch. Für die Kleinsten gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff, der Vorsitzende der STIKO rät bisher von einer Impfung ab.
Aber: Es gibt die Erkenntnisse von Folgeerkrankungen nach Covid-Infektion und ich glaube nicht, dass Eltern ihr Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:3000 mit PIMS auf ITS sehen wollen. Um nur einen Folgefaktor zu nennen.

Die „entscheidenden Größen“ sind zusätzlich die Folgeerkrankungen.

Die Hospitalisierungsinzidenz klammert Kinder u. Jugendliche fast vollständig aus. Man hat mit dem Gemeinderatsbeschluss deren Durchseuchung beschleunigt. Als gäbe es kein Longcovid, Post-COVID, Anosmie, postvirale Fatigue, PIMS, ME/CFS, Vaskulitis und alle potentiellen Spätkomplikationen.
„Die Prävention vor weiteren Virenerkrankungen, die aus der Schule in die Familien gebracht werden, wozu zusätzlich die Influenza-Viren zählen, gelingt auch für die Zukunft mit einer konsequenten technischen Lösung. Über die richtige Lösung kann man dann im Einzelfall streiten.
Eine Durchseuchung der Kinder aber ist eine bewusst in Kauf genommene Körperverletzung.

Die israelische Studie 2020 stellt fest, dass Kinder sehr wohl eine nicht unbedeutende Rolle im Pandemiegeschehen haben.

Der Virologe Drosten bescheinigt ihnen eine ähnlich hohe Viruslast wie Erwachenen und in allen Altersgruppen, auch bei Kindern, gebe es Infizierte mit außergewöhnlich hohen Viruslasten, so in einer Studie von Wissenschaftlern um Drosten, die in Science veröffentlicht wurde. Es wurden bei mehr als 25.000 Covid-19-Fälle die sogenannten Viruslasten untersucht.
https://www.science.org/doi/full/10.1126/science.abi5273

Blitzlicht einer Lehrerin
In der Diskussion um eine Durchseuchung hatte eine mir gut bekannte Lehrerin darauf verwiesen, dass sich ihr Kursbester nicht mehr lange konzentrieren kann, dass er fahriger ist, und dass viele erkrankte Kinder auch danach häufiger fehlen und über Kopfschmerzen klagen.
„Die häufigen Fehlzeiten beobachte ich bei fast allen Genesenen – häufig sind es Entlassungen nach den ersten Stunden des Tages. Fehlzeiten gibt es natürlich auch bei den Anderen – allerdings in der Regel weniger regelmäßig. Die Konzentrationsprobleme und das etwas Fahrige bei etwa 10 Schülern . Ein Beispiel welches mich auch stutzig machte: in einer meiner letzten Klausuren hatten sich alle Schüler um mehrere Notenpunkte verbessert außer die 4 Genesenen – diese sind um 2-9 Notenpunkte abgerutscht.“

Ist das Zufall?

In Europa, unter 800.000 symptomatischen Covid-Fällen in der Pädiatrie:
1/100 im Krankenhaus (83% ohne Vorerkrankung)
1/1000 Intensivstation
1/10000 verstorben
https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.11.25.21266875v1

Ist jetzt endlich klar, warum es sinnvoll ist, sich nicht allein auf Stoßlüften zu verlassen.
Die Grenzzahl die Schulen zum Schließen zwingt: Inzidenz bei 2000, so wird Ministerpräsident Kretschmann aktuell zitiert.

Schulen geschrumpft

Das Scheitern des Bürgerbegehrens könnte durch den Rat geheilt werden.

Es wäre dringender denn je. Die Omikron-Variante steht schon vor der Schultüre, nicht nur dort. Es wäre ein Beitrag auch in der Stadt den Bürgerinnen und Bürgern die Hand zu reichen, die in großer Zahl das Bürgerbegehren unterstützt haben, und uns erreichen nicht wenige Mitteilungen, die Unverständnis für die Entscheidung des Rates zeigen.
https://www.bürgerbegehren-luftfilter-güglingen.de/

Vom Bürgerbegehren können nur die Grundschüler profitieren – nicht verständlich, aber es ist so.
Der Druck entsteht aber aus der Grundschule heraus
„Wir haben den großen Handlungsbedarf erkannt.“
Vanessa Heitz, Pressesprecherin, Eppingen


Ohne Impfen wird man aber ebenso nicht aus der Gefahr kommen, mit dem Blick auf die Situation weltweit lässt sich zusätzlich vermuten, dass es in vielen Ländern außergewöhnlich gute Mutationsbedingungen ifür das Virus gibt, und diese Bedingungen werden weitere Veränderungen am Virus hervorbringen. Die Hoffnung bleibt, dass die sie harmloser werden. Aber es kann in beide Richtungen gehen, sagen Virologen.

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