600 Kliniken tun’s auch, Heilbronn hat es vorgemacht

Wesentliche Kritik an einem solchen Szenario besteht in der Erreichbarkeit der Kliniken, aber auch in einem Verlust an sozialer Infrastruktur und einer sich verschlechternden Notfallversorgung, die wir aktuell im Zabergäu erleben.

Reaktionen auf die Bertelsmannstudie:

http://www.bertelsmannstiftung.de

Verena Göppert Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Städtetages:
Eine wohnortnahe Grundversorgung, eine zeitnahe Notfallversorgung und Spitzenmedizin in den Häusern der Maximalversorgung müssen gewährleistet bleiben.

Uwe Lübking, der Sozialexperte des Deutschen Städte- und Gemeindebundes:
„Erschütternd“. „Mich hätte eher die Modellregion Uckermark oder Schwäbische Alb interessiert“. In vielen Regionen mangele es jetzt bereits an niedergelassenen Ärzten. „Wenn die Krankenhäuser schließen ist überhaupt nichts mehr da.“ Zu bedenken seien auch die Notfallsituationen. „Da sind wir gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz der Auffassung, dass wir schon heute zu wenig Krankenhausbetten haben.

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft:
Er sprach von einer „Zerstörung von sozialer Infrastruktur in einem geradezu abenteuerlichen Ausmaß“.

Der Spitzenverband der Krankenkassen und der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßten die Studie.
Aspekte: Zentralisierung zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung; erfahrene Ärzte, gute technische Ausstattung, in Ballungszentren zu viel Konkurrenz um Patienten und Personal ( Krankenkassen)
(Quelle: FR, 600 Kliniken tun’s auch, Daniel Baumann, 16.07.2019)

Wenn Beschlüsse zur Zentralisierung vor einer Lösung der regional/lokalen Versorgung fallen, wird es schwer das Kind aus dem Brunnen zu holen.

Im Zabergäu sind die Versprechen groß, die Umsetzung lässt auf sich warten. Der zweite Schritt wurde vor dem ersten getan.
Das Gesundheitszentrum ist im Bau, gelöst ist bei weitem nicht alles.
– Die Notfallversorgung hat sich verschlechtert.
– Die Notfallpraxis ist ungesichert.
– Der Gastroenterologe, der wichtig wäre, ist nicht gehalten worden und auch nicht neu gefunden worden.
– Die versprochene Tagespflege (Kreistagsbeschluss) steht in den Sternen.
– Das Zuckerle psychiatrische Institutsambulanz ist weder in trockenen Tüchern, noch ist der Umfang so, wie man ihn sich vorstellen könnte.

Ja, für medizinische Kompetenzzentren spricht Vieles, gleichzeitig spricht genau so viel für best ausgestattete ambulante Versorgungszentren, die auch mit einer gewissen Bettenkapazität versorgt sein sollten.

Dagegen spricht unser pseudoprivatisiertes Gesundheitswesen, in dem sich Investoren gleich Haien im Meer tummeln, um die besten Renditen für sich abzusaugen.
In diesem System haben die Chefärzte nur noch bedingt Einfluss, und die Geschäftsführer haben sie am Haken.

Es lohnt sich gleichwohl, um die beste medizinische Versorgung zu kämpfen. Es lohnt sich, die Position der Allgemeinmediziner und Fachärzte zu stärken. Die Patienten haben einen Anspruch auf eine gute medizinische Versorgung.

Die Realität sieht anders aus

Im Mittleren und Oberen Zabergäu ist schon jetzt die Arzt/Patientenrelation unterdurchschnittlich. Und nicht nur die Güglinger Bürgerinnen und Bürger vermissen einen weiteren Augenarzt und Kinderarzt.

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