Nachfolgeeinrichtung Krankenhaus Brackenheim; nichts ist wie es scheint, Sicht eingeschränkt

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6e/Landender_Hubschrauber.JPG

Der Bau ist im Bau. Die vom Kreistag beschlossenen Dienstleistungen sind ungewiss, im Bau mit ungewissem Ausgang, aber nicht in trockenen Tüchern.

Kurze stichwortartige Darstellung der bisher unvollständige Umsetzung der Kreistagsbeschlüsse:

Kurzzeitpflege: Ohne Angebot
Notfallpraxis: Arbeiten wir dran, oder ist das in Vergessenheit geraten?
Während der Woche von 22.00 Uhr bis 7.00 Uhr ungeklärt, kein Sitzdienst
Notfallrettung: Unbefriedigend, und im Einzelfall ist sie, wegen Nichteinhaltung der Zeiten, mit statistischer Wahrscheinlichkeit verantwortlich für vermeidbare Todesfälle.
Wir denken dabei an einen kürzlich verstorbenen Freund.
Gastroenterologe: Forderung/Wunsch des Fördervereins nicht erfüllt
Im Zabergäu teilweise über drei Monate Wartezeit bis zu einer Enddarmuntersuchung

Das Zuckerle oder mit Speck fängt man Mäuse

Die PIA (Psychiatrische Institutsambulanz) wurde schon vollmundig angekündigt. So wie sie jetzt in der Heilbronner Stimme beschrieben wird, ist sie ein amputiertes Angebot. Und sie ist noch nicht in trockenen Tücher
Heilbronner Stimme, Wolfgang Müller, 07.06.2019: „Ob dort eine Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) als Außenstelle des Weinsberger Klinikums am Weissenhof einziehen wird, ist derzeit zwar noch offen. Die Geschäftsführerin des Weinsberger Klinikums ist optimistisch.“

Als wir den Widerspruch im Gemeinderat in Güglingen am 14. Mai gegen den Haushaltserlass mehrheitlich zurückgenommen haben, wurde uns von BM Heckman diese medizinische Einrichtung (PIA) bereits bestätigt. BM Heckmann erklärte, dass die PIA realisiert werde, und dies auch die Kassenärztliche Vereinigung wünsche. Friedrich Sigmund sagte hierzu u.a., dass „Worte zwar im Raum stünden, aber dass es an Taten fehle“.
„… Denn in der Heuss-Stadt werde sich die Psychiatrische Institutsambulanz auf ältere Patienten beschränken, also Menschen ab 65 Jahren. Diese freiwillige Einschränkung auf eine Altersgruppe helfe bei den Verhandlungen mit der KVBW (Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg). Der Zulassungsausschuss hört die niedergelassenen Ärzte, die in der PIA eine Konkurrenz sehen könnten. „Das verzögert den Prozess natürlich“, sagt Rose-Losert, … (Heilbronner Stimme, Wolfgang Müller, 07.06.2019)

Dr. Matthias Michel, Ärztlicher Direktor des Weinsberger Klinikums rechnet bei rund 100 000 Einwohnern in der Region in und um das Zabergäu mit bis zu 4000 Menschen, die an Depressionen leiden oder an Demenz erkrankt sind. (Heilbronner Stimme, dto.) Bei der Einwohnergröße von 100 000 kann von ca. 25000 voll ausgeprägten Krankheiten gerechnet werden (s.u.). Dr. Matthias Michel geht somit von einem Bruchteil an Erkrankungen aus.

Wie viele Mittel will eine Gesellschaft aufbringen, um Menschen mit psychischen Erkrankungen das Leben zu erleichtern?

„Psychische Erkrankungen sind Volkskrankheiten. Jährlich erfüllt mehr
als jeder vierte Erwachsene in Deutschland die Kriterien einer voll ausgeprägten
Erkrankung.“ Dossier 2018, Psychische Erkrankungen in Deutschland; Schwerpunkt Versorgung, eine Publikation der DGPPN ( Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde)

Bezogen auf die Aufgaben einer PIA gleicht das aktuelle Vorhaben einer „Selbstamputation bezüglich der Möglichkeiten und bestehender Notwendigkeiten“.
Der Patientenzugang wird stark eingeschränkt und zwar z.T. auf Patientengruppen, die in der Vereinbarung zwischen dem Spitzenverband der Bund der Krankenkassen (GKV), der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) besonders besprochen sind und leicht restriktiv behandelt werden.
Besonders ärgerlich ist der Ausschluss des Patientenzugangs von Kindern und Jugendlichen v.a., wenn man im § 9 der Vereinbarung die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten betrachtet und den Möglichkeiten der Kooperationsvereinbarungen sieht, inclusive der Bildung und der Kooperation mit Selbsthilfegruppen.
Ärgerlich ist auch der Einfluss der im Negativen auf die Einrichtung genommen wird.
Wieder einmal scheint auch die KV keine rühmliche Rolle zu spielen. Wenn doch, dann sollte sie mit einer Erklärung aus der Ecke kommen.

Sorry, aber wenn das die Chancen sind, dann wird auch darin wieder die verfehlte medizinische Struktur und die Benachteiligung ländlicher Regionen deutlich.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/38/Vincent_Willem_van_Gogh_002.jpg

Der angebotene Speck gammelt schon, bevor er genossen werden kann, an seinen Rändern.

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