Patienten – Arzt-Verhältnis im Zabergäu von Güglingen bis Zaberfeld unterdurchschnittlich (II)

Die Versorgung mit Hausärzten im Mittleren und Oberen Zabergäu ist unterdurchschnittlich. Deshalb sind wir aktiv dabei nach Lösungen zu suchen. Für Patienten ist ein Hausarzt des Vertrauens von besonderer Wichtigkeit. Wenn die Kassen den gang zum Hausarzt belohnen sollen und ihn als Vermittler zu den Fachärzten sehen sollen, dann heißt das in der Konsequenz allerdings auch, dass die Hausärzte über diese Lenkungsfunktion noch mehr Patienten in Ihre Praxen bekommen.
Dass in der Vergangenheit des Patienten/Arzt-Schlüssel zuungunsten der Patienten verändert wurde, bedeutet das in der Summe möglicherweise eine weitere Verschlechterung, wenn es nicht gelingt die Hausarztversorgung zu verbessern.
Unsere Meinung zum bestehenden System des Medizinwesens haben wir schon häufig formuliert. Hier nochmals einige Positionen:

1. Deutliche Erhöhung der Anzahl der Studienplätze
2. Entlastung von bürokratischen Aufgaben, um die Arbeitzeit für die Patienten zu verbessern
3. Niederlassungsfreiheit für Fachärzte in ländlich geprägten Regionen.
4. Landarzt-BAföG (Stipendium) und Landarztquote

Zu 4: Hier scheint es immer noch Diskussionsbedarf zu geben, anstatt konsequentes Handeln.

Arztpraxis und Apotheke, Standorte sichern

Alle Maßnahmen haben allerdings erst einen Langfristeffekt, deshalb ist es wichtig sich um die Ärzte direkt zu bemühen. Für Kommunen heißt dies, mit Service-Dienstleistungen und Infrastruktur punkten zu können. Für Güglingen werden die Aufgaben nicht kleiner. Die Herausforderungen annehmen. Am 26. Mai sind Gemeinderatswahlen, wir sind seit Jahren aktiv für Güglingen und das Zabergäu. Mit einer starken BÜRGER-UNION für ein starkes Güglingen

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-02/krankenkassen-hausarzt-bonus-arztbesuch-ueberweisung-facharzt

Bereits im März 2015 haben wir die Problematik in unserem alten BLOG beschrieben:

https://buergerunion.twoday.net/stories/aerztliche-grund-versorgung-auch-in-gueglingen-eine-pflichtaufgabe/

Der Artikel lässt sich lesen, wenn man die Bedingungen des vereins akzeptiert, der die Inhalte des Blog weiter pflegt.

„Die ärztliche Grundversorgung ist ein Standortfaktor erster Güte. Die Gefährdung dieser Versorgung ist allerdings nicht auszuschließen Die Bürger-Union und Ihre Räte werden alle Anstengungen zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung unterstützen und konstruktiv begleiten. Der Gemeinderat in seiner großen Mehrheit sieht das als Aufgabe. “
Weiter in unserem Artikel damals:

„Schon vor Jahren war die Sicherung der ärztlichen Grundversorgung eine Aufgabe, die mit der Eröffnung der Gemeinschaftspraxis Hamann-Müller auch nach persönlichen Engagements (aus unserer Fraktion, d.Verf.) gelang.

Leider ist die Gemeinschaftspraxis schon wieder Geschichte, zwei Ärzte der Gemeinschaftspraxis haben wir verloren und glücklicherweise konte für Dr. Haiges ein Nachfolger in seinen Praxisräumen gefunden werden.

Die lage droht sich weiter zu verschlechtern, denn die Patientenanzahl steigt auch durch Wachstum der Zabergäugemeinden und der „Headhunter“, den Bürgermeister Dieterich in den Jahren gefunden hatte war letztlich keine Hilfe. Es war der falsche Weg, denn Erfolg kann sich nur über direkte verlässliche und partnerschaftliche Kontakte herstellen lassen.

Zitat 2015, noch immer richtig:

„Noch sind die Rahmenbedingungen gut, so glaubt man, tatsächlich aber sind zwei unserer Güglinger Allgemeinmediziner in die Jahre gekommen und es ist höchste Zeit, sich um die Zukunft zu kümmern. UND gleichzeitig sieht es in anderen ländlichen Gebieten KATASTROPHAL aus. Das darf uns nicht passieren.
Die Versorgung mit Allgemeinmedizinern ist zur politischen Aufgabe auch der Kommunalpolitik geworden und die ist nicht zum Nulltarif zu haben.
Im Gemeinderat und in der Zukunftswerkstatt ist diese Aufgabenstellung erkannt worden.
In Deutschland fehlen in den ländlichen und ländlich geprägten Regionen an allen Ecken und Enden die Praktischen Ärzte, die Allgemeinmediziner.
Wir stehen heute vor dem Scherbenhaufen einer Gesundheitspolitik, die seit der ersten Dekade des neuen Jahrtausends augenscheinlich vor allem von Wirtschaftlichkeitsgedanken geprägt wird, und die die Patienten häufig aus den Augen verloren hat. Dies erscheint umso verwunderlicher, als Verantwortliche Politiker selbst Patienten sind.
Der Scherbenhaufen der letzten 12 Jahre Gesundheitpolitik, lässt sich festmachen an:
– Der geringen Steigerung bei den Studierenden
– Dem immer noch gültige Nummerus Clausus von 1.0, der weiterhin festgeschrieben ist und nur wenigen Studenten schlechteren Noten die Möglichkeit des Studiums eröffnet.
– Dem langen Studium, das für die Allgemeinmediziner mit der geforderten internistischen Facharztausbildung mindestens 10 Jahre beträgt und sie in der Bezahlung schlechter stellt als viele andere Fachrichtungen.
– Der Tatsache, dass Allgemeinmediziner nur überleben können, wenn sie die Fallstricke der Abrechnungssytematik kennen und ihr Handeln an der Wirtschaftlichkeit ausrichten.
– Der unverhältnismäßig hohen Arbeitsbelastung der Allgemeinmediziner, die sich auch aus dem Mangel an Hausärzten v.a. im ländlichen Bereich ergibt.“

Die Ärztestatistik zeigt v.a. das Dilemma der niedergelassenen Allgemeinärzte auf. Drücken Sie die daumen, dass es gelingt Güglingen und das Zabergäu besser aufzustellen. Das bleibt unsere Aufgabe auch 2019 und in den folgenden jahren. Und Sie können sich verlassen, wir lassen nicht locker.

https://www.bundesaerztekammer.de/ueber-uns/aerztestatistik/aerztestatistik-2017/

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